Pflegequalität ist Lebensqualität

Ablauf für Versicherte

Um die Versorgungsqualität in der stationären Pflegeeinrichtung bzw. des ambulanten Pflegedienstes im Rahmen der Qualitätsprüfung umfassend beurteilen zu können, ist der Medizinische Dienst der Krankenversicherung Rheinland-Pfalz auf die Mitwirkung der zufällig ausgewählten Pflegebedürftigen der Pflegeeinrichtung angewiesen. In diesem Zusammenhang ist eine entsprechende Einwilligungserklärung erforderlich.

Im Rahmen der Qualitätsprüfung suchen wir die Pflegebedürftigen gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung in deren Wohnung/deren Zimmer auf. Dabei geht es um die Überprüfung der Qualität der Pflegeeinrichtung. Eine Teilnahme an der Befragung und der Ermittlung des Pflegezustandes ist freiwillig. Eine erteilte Zustimmung kann jederzeit im Rahmen der Qualitätsprüfung widerrufen werden. Der Qualitätsprüfer überprüft vor Ort den Pflegezustand der zufällig ausgewählten Personen und bestehende pflegerische Risiken (z. B. Sturzgefahr, Unterernährung, Druckstellen, Wunden). In diesem Zusammenhang werden die Beweglichkeit, der Ernährungszustand und der Zustand der Haut überprüft. Wir stellen des Weiteren Fragen zur Zufriedenheit. Dies erfolgt in der Regel ohne Beteiligung der Mitarbeiter der Pflegeeinrichtung. Anschließend wird die Pflegedokumentation eingesehen und überprüft, ob die Pflegeeinrichtung die bestehenden Pflegeprobleme erkannt und die notwendigen Pflegemaßnahmen und ärztlichen Anordnungen fachgerecht und unter Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse des Pflegebedürftigen geplant und durchgeführt hat.

Einwilligung zur Teilnahme der Pflegebedürftigen an der Qualitätsprüfung

Die Einwilligungserklärung bieten wir Ihnen unter Dokumente und Formulare zum Download an.

Prüfkriterien, die Qualität messbar machen

Hier haben wir eine kleine Auswahl von Kriterien, die im Bereich der ambulanten und stationären Pflege bei unseren Prüfungen gelten, für Sie aufgelistet:

Ambulante Pflegedienste

  • Wie ist der Pflegezustand des Versicherten?
    Dabei achten die Qualitätsprüfer des MDK Rheinland-Pfalz unter anderem auf den Zustand von Haut, Mund und Haaren und erkundigen sich u. a. nach der Ernährungssituation und der Flüssigkeitsversorgung des Pflegebedürftigen.
  • Werden Maßnahmen der medizinischen Behandlungspflege entsprechend der ärztlichen Anordnung vom Pflegedienst durchgeführt?
  • Ist der Pflegedienst für die Pflegebedürftigen ständig erreichbar?
  • Hat der Pflegedienst ein Konzept beziehungsweise Leitbild für die Pflege?
  • Ist die verantwortliche Pflegefachkraft qualifiziert und sind ihre Aufgaben klar definiert?
  • Liegt ein einheitliches Pflegedokumentationssystem vor, an das sich alle Pflegekräfte halten?
  • Gibt es ein internes Qualitätsmanagement, zum Beispiel in Form eines Handbuches, das auch Hygienestandards, Fortbildungen usw. regelt?
  • Verfügt der Pflegedienst über Räumlichkeiten, zum Beispiel für Teambesprechungen der Mitarbeiter?
  • Werden personenbezogene Unterlagen und Wohnungsschlüssel der Pflegebedürftigen sicher aufbewahrt?

Stationäre Pflegeeinrichtungen

  • Werden Druck- bzw. Liegegeschwüre (Dekubitus) angemessen versorgt?
  • Wird die Inkontinenzversorgung bedarfsgerecht durchgeführt?
  • Liegen die Voraussetzungen für eine „aktivierende Pflege“ vor, das heißt werden die Fähigkeiten und Defizite der Pflegebedürftigen dokumentiert und daraus Pflegeziele abgeleitet?
  • Werden alle Medikamente entsprechend der ärztlichen Verordnung gerichtet und verabreicht?
  • Nimmt die Pflegeeinrichtung freiheitseinschränkende Maßnahmen vor?
    Wenn ja: Sind diese gesetzeskonform? Sind die Pflegebedürftigen mit der Pflegesituation in der Einrichtung zufrieden?
Prüfbericht

Alle erhobenen Informationen werden anonymisiert und unter Berücksichtigung der Datenschutzbestimmungen im Prüfbericht dargestellt.

Anlassprüfungen und Beschwerden

Bei entsprechenden Anlässen (z. B. beim Vorliegen von Beschwerden von Pflegebedürftigen oder Angehörigen; bei Kenntnis über erhebliche Mängel in der pflegerischen Versorgung) können die Landesverbände der Pflegekassen in Rheinland-Pfalz dem MDK Rheinland-Pfalz einen Auftrag zur Anlassprüfung erteilen. Der Umfang der Prüfung wird dann noch einmal deutlich erweitert. Beschwerdeinhalte werden umfassend geprüft.

Seit 1997 führt der MDK Rheinland-Pfalz in stationären Pflegeeinrichtungen auch gemeinsame Prüfungen mit der Beratungs- und Prüfbehörde nach dem Landeswohnformen- und Teilhabegeesetz (BP-LWTG, früher Heimaufsicht) durch, u.a. beim Vorliegen von Beschwerden von Pflegebedürftigen oder Angehörigen bzw. bei Kenntnis über erhebliche Mängel in der pflegerischen Versorgung und anderen Fragestellungen, die ein gemeinsames Handeln erfordern.

Woran Sie gute Pflege erkennen

Menschen, die im Alter auf Grund von Pflegebedürftigkeit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst benötigen oder auf der Suche nach einer stationären Pflegeeinrichtung/einem Pflegeheim sind, können häufig zwischen mehreren Leistungsanbietern auswählen.

Wie findet man eine passende und gute Pflegeeinrichtung?

Ihr persönlicher Eindruck ist genauso wichtig wie die sogenannten "Pflegenoten".

Gute Pflegedienste oder stationäre Pflegeeinrichtungen lassen sich gern „in die Karten“ schauen und legen ihre Arbeitsweise und ihre Grundsätze offen. Die Pflege eines Menschen ist Vertrauenssache und elementar für alle Beteiligten. Vereinbaren Sie daher möglichst frühzeitig einen Besuchstermin, um sich vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und um Ihre Fragen stellen zu können.

Qualität wird transparent - „Pflegenoten“ für ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen

Die bisher zur Verfügung stehenden Entscheidungshilfen, wie Empfehlungen durchs „Hörensagen“, Informationen der Pflegekassen oder der BIVA (Bundesinteressensvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung) werden seit 2009 um ein weiteres wesentliches Entscheidungskriterium, die „Pflegenoten“, ergänzt. Zurückzuführen ist die Benotung der Pflegeeinrichtungen auf das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (SGB XI, 01.07.2008) und die hierin vereinbarten Qualitätsanforderungen an Pflegeheime und Pflegedienste. Beschlossen wurde das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz zum einen mit dem Ziel, die Qualität in der Altenpflege zu verbessern, zum anderen dient es dem Vorhaben, den Verbraucherschutz durch Erhöhung der Transparenz über die Leistungen der Pflegeeinrichtungen und deren Qualität zu fördern.

Der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen Rheinland-Pfalz prüft dem Gesetz nach vor Ort, ob die Qualitätsanforderungen tatsächlich eingehalten werden. Ein Teil der Ergebnisse dieser jährlichen Qualitätsprüfungen fließt in die Berechnung der „Pflegenoten“, welche auch als Pflegetransparenzbericht bezeichnet werden, ein.

Die Veröffentlichung der „Pflegenoten“ erfolgt im Internet:

AOK-Gesundheitsnavigator (AOK)

Pflegelotse (vdek - Verband der Ersatzkassen)

BKK PflegeFinder (BKK)

Pflegekompass (Knappschaft Bahn See)


Auf diese Weise wurde für Pflegebedürftige und deren Angehörige erstmals die Möglichkeit geschaffen, anhand der im Internet veröffentlichten Benotung, einen Qualitätsvergleich der für sie in Frage kommenden Einrichtungen vorzunehmen. Die Bewertung erfolgt in Form von Schulnoten von „sehr gut“ (1,0) bis „mangelhaft“ (5,0). Durch Anwendung dieser bekannten Notensystematik können Pflegebedürftige und deren Angehörige sich auf einen Blick über die Qualität von Pflegeeinrichtungen (ambulant/stationär) informieren.

Für Sie wichtige Detailinformationen erhalten Sie durch die Teilnoten der Bewertung, aus welchen die Bereichsnoten und die Gesamtnote gebildet werden.

Sie zweifeln an der Qualität der pflegerischen Versorgung Ihres Angehörigen – was können Sie tun?

Haben Sie den Eindruck, dass zum Beispiel ein Angehöriger nicht gut gepflegt wird oder sind Sie selbst nicht einverstanden mit der Qualität Ihrer Pflege?

Dann sollten Sie zunächst versuchen, direkt mit dem zuständigen Pflegedienst beziehungsweise der Pflegeeinrichtung darüber zureden. Sofern Ihre Bedenken auf diesem Wege nicht ausgeräumt werden können, sind Ihre Pflegekasse oder der Medizinische Dienst der Krankenversicherungen Rheinland-Pfalz die richtigen Ansprechpartner.

Darüber hinaus existiert in jedem Bundesland eine Heimaufsichtsbehörde, die ebenfalls Ansprechpartner bei Problemen in stationären Pflegeeinrichtungen ist.

Weiterhin können Sie sich auch an die jeweilige Verbraucherzentrale wenden.

Kontakt Bereich Qualitätsprüfungen

Email QS Pflege

Tel: 06731 / 486-232 bzw. 235

Um den Besuch unserer Website attraktiv zu gestalten und die Nutzung bestimmter Funktionen zu ermöglichen, verwenden wir auf verschiedenen Seiten sogenannte Cookies. Sie können Ihren Browser so einstellen, dass Sie über das Setzen von Cookies informiert werden und einzeln über deren Annahme entscheiden oder die Annahme von Cookies für bestimmte Fälle oder generell ausschließen können. Bei der Nichtannahme von Cookies kann die Funktionalität unserer Website eingeschränkt sein. Weiterlesen …