Hilfsmittel

Können bei der Erstversorgung von Kompressionsstrümpfen 2 Paar verordnet und abgegeben werden?

Mehrfachausstattungen mit Hilfsmitteln können aus hygienischen Gründen in Frage kommen. (Hilfsmittelrichtlinie § 12 Abs. 8) Da diese Hilfsmittel im steten Gebrauch gewaschen und getrocknet werden müssen, ist zur Sicherstellung der kontinuierlichen Versorgung ein Wechselpaar möglich und sinnvoll.

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Wie häufig und in welchen Abständen können Kompressionsstrümpfe nach der Erstverordnung wieder verordnet und abgegeben werden?

Da Kompressionsstrümpfe aus elastischem Material bestehen und deren Funktionsweise von der Elastizität des Materials abhängt ist die Lebensdauer und Anwendbarkeit dieser Hilfsmittel begrenzt. In der Regel sind Kompressionsstrümpfe bei ständigem Gebrauch und regelmäßigem Waschen nach einem halben Jahr durch den Materialverschleiß aufgebraucht und müssen ersetzt werden. Daher können Kompressionsstrümpfe in halbjährlichem Abstand neu verordnet werden. Da der Verschleiß dieser Hilfsmittel stark vom Gebrauch abhängt können die Strümpfe auch früher zerschlissen sein oder auch länger als 6 Monate genutzt werden. Der Austausch kann erst erfolgen, wenn die vorhandenen Strümpfe nicht mehr genutzt werden können. (Hilfsmittelrichtlinie § 12 Abs. 7)

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Sind Rollatoren zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung verordenbar?

Es handelt sich bei Rollatoren um verordnungsfähige Hilfsmitten der Produktgruppe 10 des Hilfsmittelverzeichnisses. Der Versicherte muss in seiner Eigenmobilität eingeschränkt sein, aber er soll noch Restfunktion verfügen, um selbstständig in der Wohnung zu gehen, die Wohnung verlassen zu können und außerhalb der Wohnung gehen zu können.

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Wie viele orthopädische Maßschuhe sind generell bei vorhandener Indikation verordnungsfähig?

Aufgrund hygienischer Aspekte erfolgt bei Erstversorgung die Abgabe von 2 Paar orthopädischer Maßschuhe. (Hilfsmittelrichtlinie § 12 Abs. 8)Nach Optimierung der Passform des ersten Paares der Maßschuhe ist zeitnah die Versorgung mit einem Wechselpaar möglich und sinnvoll. Daneben ist die Versorgung mit orthopädischen Hausschuhen möglich, hier ist die zusätzliche Abgabe eines Wechselpaares nicht möglich.

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Ihre Krankenkasse hat den MDK Rheinland-Pfalz zur Begutachtung einer Ihnen verordneten komplexen Hilfsmittelversorgung beauftragt, wie läuft die Begutachtung ab

Die Begutachtung erfolgt durch speziell geschulte Fachärzte in Zusammenarbeit mit im MDK beschäftigten Orthopädietechnikern. Die meisten Begutachtungen sind bei ausreichenden und aussagekräftigen Unterlagen durch Aktenlage möglich. Sollte dieses nicht der Fall sein, so erfolgt die Begutachtung nach Einladung in die Dienststelle oder bei Immobilität des Versicherten in Form eines Hausbesuches. Dabei wird ein ganzheitlicher Befund erhoben und die Hilfsmittelversorgung vor diesem Hintergrund durch den Facharzt beurteilt. Der Orthopädietechniker nimmt zur Wirtschaftlichkeit und Fertigung der Hilfsmittel Stellung. Auch erfolgt im Rahmen dieser Begutachtung die Beratung der Versicherten zur anstehenden Hilfsmittelversorgung.

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Ich habe ein Hilfsmittel durch einen Leistungserbringer erhalten und komme damit nicht zurecht. Welche Hilfe kann ich über die Krankenkasse erhalten?

Die Krankenkasse hat in solchen Fällen die Möglichkeit den MDK mit einer Produktprüfung zu beauftragen. Bei einer Produktprüfung werden durch die Mitarbeiter des MDK vor Ort die Passform, die Fertigungsqualität und die Geeignetheit des Hilfsmittels geprüft. Diese Begutachtungen erfolgen immer durch einen speziell geschulten Facharzt und einen Orthopädietechniker. Sollten hier eine mangelnde Passform (z.B. orthopädischer Maßschuh) oder Fertigungsmängel festgestellt werden, so kann die Krankenkasse die Versicherten bei der Abstellung der Mängel bis hin zur Neuanfertigung gegenüber dem Leistungserbringer unterstützen.

Zuletzt aktualisiert am 07.01.2016 von Andrea Glas.

Rehabilitation

Wer ist zuständiger Kostenträger für Leistungen zur Vorsorge oder Rehabilitation?

Leistungen zur Vorsorge („sogenannte ambulante Badekur“) bietet nur die Krankenkasse an. Medizinische Rehabilitationsleistungen können sowohl von der Krankenkasse als auch von der Deutschen Rentenversicherung DRV übernommen werden. Die DRV ist vorrangig zuständig bei Personen, die noch im Erwerbsleben stehen, die Krankenkasse bei bereits berenteten Mitgliedern. Beratungen bieten die Gemeinsamen Servicestellen der Träger an, siehe www.reha-servicestellen.de .

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von MDK Admin.

Habe ich die Möglichkeit mir den Kurort und die Rehabilitationsklinik auszusuchen?

Die Krankenkasse wählt die Rehabilitationsklinik für Sie aus. Sie haben aber auch ein Wunsch- und Wahlrecht und die Krankenkasse muss Ihre persönliche Lebenssituation, Alter, Geschlecht, Familie sowie mögliche Behinderungen bei der Auswahl berücksichtigen. Sofern Sie der Meinung sind, dass Ihre persönliche Situation nicht ausreichend gewürdigt wurde, können Sie Widerspruch gegen die Entscheidung der Kasse einlegen.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von MDK Admin.

In welchem zeitlichen Abstand kann ich erneut eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme beantragen?

Ambulante Vorsorgeleistungen („sog. ambulante Badekuren“) können , sofern die medizinische Notwendigkeit besteht, alle 3 Jahre durchgeführt werden. Bei allen anderen Leistungen gilt der 4-Jahreszeitraum. Eine Antragstellung vor Ablauf der 4-Jahresfrist ist möglich, diese muss aber vom behandelnden Arzt besonders begründet werden.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Wodurch unterscheiden sich die ambulanten von den stationären Rehabilitationsleistungen?

Es ist wissenschaftlich belegt, dass beide Formen zu vergleichbaren Erfolgen führen. Die ambulante Rehabilitation findet stets wohnortnah statt, die einfache Fahrstrecke zum Rehabilitationszentrum sollte 45 Minuten nicht überschreiten. Sie kehren täglich in Ihr häusliches Umfeld zurück, deshalb sollte die häusliche Versorgung gewährleistet sein und es darf keine Notwendigkeit der ständigen ärztlichen oder pflegerischen Überwachung bestehen.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit ich eine Mutter-(Vater-) Kind-Leistung beantragen kann?

Diese Leistungen werden überwiegend als Vorsorgeleistungen (nur stationär) durchgeführt, um dadurch das Entstehen einer manifesten Erkrankung möglichst zu verhindern bzw. das Fortschreiten einer bereits bestehenden Erkrankung möglichst zu vermeiden. Es muss erkennbar sein, dass eine deutliche Belastungssituation vorliegt, die sich auch auf Ihre Rolle als Mutter (Vater-) negativ auswirkt und die sich durch einzelne Maßnahmen am Wohnort (z.B. Ärztliche Behandlung, Beratungen, Krankengymnastik) nicht ausreichend bessern lässt. Im Mittelpunkt steht der Vorsorgebedarf der Mutter/des Vaters, nicht primär der eines Kindes.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Stationäre Leistungen

Was sind DRG´s (Diagnosis Related Groups)?

Diagnosis Related Groups (kurz DRG, deutsch Diagnosebezog-ene Fallgruppen) bezeichnen ein
ökonomisch-medizinisches Klassifikationssystem, bei dem Patienten anhand ihrer Diagnosen und der
durchgeführten Behandlungen in Fallgruppen klassifiziert werden, die nach dem für die Behandlung
erforderlichen ökono-mischen Aufwand unterteilt und bewertet sind. DRGs werden in verschiedenen
Ländern zur Finanzierung von Krankenhausbehandlungen verwendet. Während in den meisten
Ländern die DRGs krankenhausbezogen zur Verteilung staatlicher oder Versicherungs-bezogener
Budgets verwendet werden, wurde in Deutschland das 2003 eingeführte DRG-System zu einem
Fallpauschalensystem weiterentwickelt und wird seither zur Vergütung der einzelnen
Krankenhausfälle verwendet.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Wie ist eine DRG aufgebaut?

Eine DRG besteht aus vier „Stellen“.
Sie gliedert sich in folgenden Ablauf: Buchstabe-Ziffer-Ziffer-Buchstabe
Die erste Stelle ist ein Buchstabe und wird überwiegend durch die Hauptdiagnose oder relevante
Faktoren wie Dauer einer maschinellen Beatmung getriggert. 
Die zweite und dritte Stelle sind Ziffern, sie werden durch die durchgeführten Maßnahmen
(Prozeduren, diese können diagnostischer oder therapeutischer Natur sein) getriggert.
Der erste Buchstabe sowie die zwei folgenden Ziffern also der Ablauf: Buchstabe-Ziffer-Ziffer werden
als Basis-DRG bezeichnet. 
Die vierte Stelle der DRG ist wiederum ein Buchstabe und wird durch abrechnungsrelevante
Nebendiagnosen, also Begleiterkrankungen, getriggert. 
Diese vierte Stelle kann den Schweregrad einer Behandlung innerhalb einer Basis-DRG erhöhen und
zu einer Erhöhung der Behandlungskosten beitragen.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Kostet jede identische Behandlung an jedem Ort in Deutschland dasselbe?

Nein. Wenn ein Krankenhausbehandlungsfall nach dem DRG-System abgerechnet wird, so sind die
Kosten bei regelhaftem Behandlungsverlauf in jedem Bundesland identisch. Zwischen den
Bundesländern bestehen Unterschiede in der Kalkulation der Grundkosten, d. h. der identische
Behandlungsfall kostet in RLP in jedem Haus dasselbe, er kann in einem anderen Bundesland aber
mehr oder weniger Kosten verursachen.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Was ist die Hauptdiagnose?

Die Hauptdiagnose ist immer die Diagnose, welche den aktuellen stationären Aufenthalt verursacht.
Bestehende Begleiterkrankungen werden als sogenannte Nebendiagnosen abgebildet.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

Wenn eine Behandlung im Krankenhaus pauschal vergütet wird, ist es dann egal wie lange ein

Nein. Ein Behandlungsfall wird über eine sogenannte DRG abgebildet. Diese DRG ist mit sogenannten
Grenzverweildauern versehen. Die Grenzverweildauern legen einen Behandlungszeitraum fest, in
dem die Vergütung gleich bleibt. 
Wird die untere Grenzverweildauer unterschritten, so wird die Vergütung für das Krankenhaus
vermindert, wird die obere Grenzverweildauer überschritten, so erhöht sich die Vergütung für das
Krankenhaus. 

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2015 von Oliver Meny.

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