EVA Medical Data® (EMD) EVA-Reha®

EVA Medical Data®ist ein Softwaresystem zur Erfassung, Weiterleitung, zentralen Speicherung und zum Management von Daten.

Bereits seit 2002 wird die Software unter dem Namen EVA-Reha® (Evaluation der Rehabilitation) zur Erfassung von Daten in Rehabilitationseinrichtungen eingesetzt.

Spezifikationen gibt es für die geriatrische, die neurologische, die orthopädische und die kardiologische Rehabilitation. In den letzten Jahren wurde die Software mit dem Ziel weiterentwickelt, den Einsatz für Evaluationsprojekte und Befragungen überall dort zu unterstützen, wo es um die Erhebung und Auswertung medizinischer Daten geht. Daher wurde das zugrunde liegende Softwaresystem in EVA Medical Data® umbenannt. Durch die Implementation von Plausibilitätsprüfungen bei der Dateneingabe und die automatisierte Steuerung der Fälle wird ein hoher Qualitätsstandard realisiert. Die dezentrale Dateneingabe in die lokalen Datenbanken wird durch eine Client-Server-Architektur realisiert, aber auch Intra- und Internetbefragungen über geschützte Verbindungen sind möglich.

Das Programm ist lauffähig unter Windows 10, 8, 7 und XP. Darüber hinaus kann die Software in Terminalserverumgebungen (Microsoft, Citrix) eingesetzt werden. Als Datenbank wird Firebird®, die freie Version des relationalen Datenbankmanagementsystems (DBMS) InterBase, eingesetzt. Die Kommunikation der Clientsoftware mit dem DBMS erfolgt über die nativen Komponenten InterBase Express (IBX). Als Abfragesprache kommt der Standard ANSI SQL-99 zum Einsatz. EVA Medical Data® wurde mit der Programmiersprache C++ entwickelt.

 

In Rheinland-Pfalz wurde bereits seit 1997 damit begonnen, Rehabilitationsleistungen und Rehabilitationsergebnisse nach einem einheitlichen Standard zu evaluieren.

In enger Zusammenarbeit zwischen den Arbeitsgemeinschaften neurologischer und geriatrischer Rehabilitationseinrichtungen, den gesetzlichen Krankenkassen und dem MDK Rheinland-Pfalz wurde das softwaregestützte Dokumentationssystem „Eva-Reha®“ (Evaluation der Rehabilitation) entwickelt.

Die in EVA-Reha® angelegte Kombination aus klinischer Dokumentation und Erfassung von Assessment- und Leistungsdaten weckte auch überregionales Interesse. Im Auftrag des VdAK in Siegburg (jetziger vdek) wurde die Software um die Erfassung von Mutter-Vater-Kind-Vorsorgeleistungen erweitert (EVA-Reha® MuVaKi). In einem weiteren bundesweiten Projekt wurde EVA-Reha® im Auftrag der Techniker Krankenkasse deutschlandweit eingesetzt, um qualitäts- und outcomerelevante Daten zu erheben, die vom MDK-Rheinland-Pfalz ausgewertet wurden und dann Grundlage für Qualitätsgespräche mit Einrichtungsvertretern und Techniker Krankenkasse waren.

In den Rehabilitationseinrichtungen werden relevante Daten der Basisdokumentation sowie Leistungsdaten und allgemeine und indikationsspezifische Assessments zu Rehabeginn und Rehaende erhoben und in das Dokumentationssystem EVA-Reha® eingepflegt.

Durch programmimmanente Plausibilitätsprüfungen wird eine hohe Datenqualität sichergestellt. Diese Daten werden pseudonomisiert auf elektronischem Weg an den MDK Rheinland-Pfalz übermittelt. Dort werden sie nach wissenschaftlichen Standards aufbereitet und ausgewertet.

Die Ergebnisse werden an die Auftraggeber und die beteiligten Einrichtungen einrichtungsvergleichend im Benchmarkverfahren zurück gemeldet und zu Qualitätsberichten verdichtet.

In Qualitätsgesprächen und Präsentationen werden die Ergebnisse diskutiert und bewertet und geben so wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Einrichtungen im Sinne des Qualitätsmanagements.

Indikation Neurologie

Das Modul Neurologie
Die Module EVA-Reha® Neurologie und Geriatrie waren die beiden ersten Entwicklungen. Das Modul EVA-Reha® Neurologie besteht aus den Datenfeldern Patient, Aufnahme, BaDo, Diagnostik, Assessments, Therapie und Entlassung.

Assessments
ATL-18.
Der ATL-18 ist die deutschsprachige, in EVA-Reha® umgesetzte Adaption des Functional Independence Measurement (FIM). Der von Granger et al. 1986 erstmals veröffentlichte FIM erfuhr einige Modifikationen und gilt mittlerweile als ausgereiftes und zuverlässiges Assessment der Fähigkeitsstörungen von Patienten, das weltweit eingesetzt wird. Der ATL-18 umfasst 18 Items, die sich auf Aktivitäten des täglichen Lebens beziehen. Ein Patient wird hinsichtlich jedes Items daraufhin eingeschätzt, wie selbständig er die formulierte Fähigkeit ausführen kann. Die Einschätzung erfolgt auf sieben Stufen, die mit den Werten 1 bis 7 belegt sind. Ein Wert von 7 bedeutet völlige Selbständigkeit, 6 eingeschränkte Selbständigkeit, 5 Beaufsichtigung oder Vorbereitung nötig, 4 Kontakthilfe, 3 mäßige Hilfestellung, 2 ausgeprägte Hilfestellung, 1 völlige Unselbständigkeit. Die Summe der Bewertungen ergibt einen Gesamtwert zwischen 18 und 126 Punkten und ergibt ein Gesamtbild der Funktionalen Selbständigkeit eines Rehabilitanden. Erklärtes Rehaziel ist es, die funktionellen Einschränkungen, die erwartungsgemäß zu Rehabeginn vorliegen, möglichst deutlich zu verbessern. Durch die Erfassung zu Rehabeginn, im Rehaverlauf und zu Rehaende kann so das Rehaergebnis abgebildet werden. In EVA-Reha® ist voreingestellt, dass das zu erreichende Ziel nach 14 Tagen festgehalten wird. Das ermöglicht der Einrichtung eine Selbstkontrolle. In den Qualitätsberichten werden die Rehaeffekte, also die durchschnittlichen Funktionsverbesserungen von Rehabeginn hin zum Rehaende, einrichtungsvergleichend abgebildet.

Literatur
Granger, C.V., Hamilton, B.B., Keith, R.A., Zielezny, M., Sherwin, F.S. (1986). Advances in functional assessment for medical rehabilitation. In: Topics in Geriatric Rehabilitation 1 (S. 59-74).
Mahoney, F.I., Barthel, D.W. (1965). Functional evaluation: The Barthel Index. In: Maryland State Medical Journal 14 (S. 61-65).

Indikation Kardiologie

Das Modul Kardiologie
Das Modul Kardiologie ist das komplexeste der EVA-Reha®-Familie. Es enthält die Datenfelder Patient, Aufnahme, BaDo, Diagnostik, Assessments, Prozesse, Therapie und Entlassung.
Die Rehaeffekte im Modul EVA-Reha® Kardiologie werden neben der Berechnung einzelner Dimensionen auf der Grundlage eines multiplen Ergebniskriteriums (MEK) dargestellt, das bis zu 13 Qualitätsindikatoren umfassen kann.
 

Diagnostik
Das Modul Kardiologie erfasst nicht nur die relevanten diagnostischen Parameter zu Rehabeginn, sondern bezieht auch einzelne Parameter aus der Routinediagnostik in den Qualitätsprozess mit ein.
Erfasst werden die Schädigungsdiagnose, Komorbiditäten, Risikofaktoren und Komplikationen.
Zur Beurteilung des Rehaerfolges wird die Entwicklung folgender Faktoren herangezogen

  • Risikofaktoren,
  • Parameter zur Darstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit,
  • Entwicklung der subjektiven Gesundheit auf der Basis von Patientenfragebögen.

Assessments
In der Kardiologie wird die maximale Gehstrecke im 6 Minuten Gehtest erfasst, weiterhin die ergometrische Belastbarkeit in Watt. Mit dem IRES Fragebogen (Indikatoren des Reha-Status) wird bei Aufnahme, bei Entlassung und in der Katamnese die subjektive Gesundheit erfasst. Der Fragebogen enthält die Dimensionen somatische Gesundheit, psychisches Wohlbefinden, Funktionsfähigkeit im Alltag, Schmerzen. Daraus kann ein Gesamtwert errechnet werden.

Angst und Depressivität
Die Krankheitswahrnehmung und -verarbeitung und die daraus resultierende psychische Befindlichkeit können den Rehaerfolg stark beeinflussen. Sie sind besonders in der kardiologischen Rehabilitation auch relevante Faktoren, die bei vorliegender Beeinträchtigung durch die Rehabilitationsleistung positiv beeinflusst werden sollen. Im Modul EVA-Reha Kardiologie wird daher zu Reha-Beginn und am Ende entweder die HADS (Hospital Anxiety and Depression Scale) oder der PHQ (Patient Health Questionnaire) in der Spezifikation D (Depression) in Kombination mit dem HAF-17 (Herzangst Fragebogen) eingesetzt.

Indikation Geriatrie

Das Modul Geriatrie
Die stationäre geriatrische Rehabilitation in Rheinland-Pfalz wird durch 5 geriatrische Rehabilitationseinrichtungen gewährleistet. Diese erfassen seit 2004 die rehabilitationsrelevanten Daten der Rehabilitationsverläufe in Trägerschaft der gesetzlichen Krankenversicherung unter Nutzung des Datenbankprogramms EVA-Reha® des MDK Rheinland-Pfalz. Das Modul EVA-Reha Geriatrie ist in Inhaltsstruktur und Assessments dem Modul der Neurologischen Rehabilitation vergleichbar. Das Modul Geriatrie wird auch in der ambulanten geriatrischen Rehabilitation eingesetzt.
 

Assessment
ATL-18.
Der ATL-18 ist die deutschsprachige, in EVA-Reha umgesetzte Adaption des Functional Independence Measurements (FIM). Der von Granger et al. 1986 erstmals veröffentlichte FIM erfuhr einige Modifikationen und gilt mittlerweile als ausgereiftes und zuverlässiges Assessment der Fähigkeitsstörungen von Patienten, das weltweit eingesetzt wird. Der ATL-18 umfasst 18 Items, die sich auf Aktivitäten des täglichen Lebens beziehen. Ein Patient wird hinsichtlich jedes Items daraufhin eingeschätzt, wie selbständig er die formulierte Fähigkeit ausführen kann. Die Einschätzung erfolgt auf sieben Stufen, die mit den Werten 1 bis 7 belegt sind. Ein Wert von 7 bedeutet völlige Selbständigkeit, 6 eingeschränkte Selbständigkeit, 5 Beaufsichtigung oder Vorbereitung nötig, 4 Kontakthilfe, 3 mäßige Hilfestellung, 2 ausgeprägte Hilfestellung, 1 völlige Unselbständigkeit. Die Summe der Bewertungen ergibt einen Gesamtwert zwischen 18 und 126 Punkten und ergibt ein Gesamtbild der Funktionalen Selbständigkeit eines Patienten. Erklärtes Rehaziel ist es, die funktionellen Einschränkungen, die erwartungsgemäß zu Rehabeginn vorliegen, möglichst deutlich zu verbessern. Durch die Erfassung zu Rehabeginn, im Rehaverlauf und zu Rehaende kann so das Rehaergebnis abgebildet werden. In EVA-Reha ist voreingestellt, dass das zu erreichende Ziel nach 14 Tagen festgehalten wird. Das ermöglicht der Einrichtung eine Selbstkontrolle. In den Qualitätsberichten werden die Rehaeffekte, also die durchschnittlichen Funktionsverbesserungen von Rehabeginn hin zum Rehaende, einrichtungsvergleichend abgebildet.
 

Literatur
Granger, C.V., Hamilton, B.B., Keith, R.A., Zielezny, M., Sherwin, F.S. (1986). Advances in functional assessment for medical rehabilitation. In: Topics in Geriatric Rehabilitation 1 (S. 59-74).

Indikation Muskuloskelettal

Das Modul Orthopädie (Muskuloskelettale Rehabilitation)

Das Modul EVA-Reha® Orthopädie wurde für das Indikationsspektrum der muskuloskelettalen Rehabilitation entwickelt.

Es besteht ebenso wie die Module Neurologie und Geriatrie aus den Datenfeldern Patient, Aufnahme, BaDo, Diagnostik, Assessments, Therapie und Entlassung. 

Durch die Erfassung der Beeinträchtigung bzw. Fähigkeiten der Rehabilitanden mit verschiedenen Assessments zu Rehabeginn, im Rehaverlauf und zu Rehaende kann das Rehaergebnis abgebildet werden.

In den Qualitätsberichten werden die Rehaeffekte, also die durchschnittlichen Funktionsverbesserungen von Rehabeginn hin zum Rehaende, einrichtungsvergleichend abgebildet.

Erfasst wird die Funktionsfähigkeit im Alltag und das Schmerzerleben.

Alle Veröffentlichungen zu EVA-Reha®

Bassler, M., Nosper, M., Follert, P., Böwering, L., Polak, U. (2007). Datenquellen für eine kontinuierliche Qualitätsverbesserung in der medizinischen Rehabilitation. Rehabilitation 46: 155-163.

Freidel, K., Leisse, M. (2014). Messung funktionaler Selbstständigkeit: Übereinstimmung der Assessments SINGER und FIM und Konsequenzen für den Anwender. Rehabilitation 53: 43-48.

Freidel, K., Linck-Eleftheriadis, S., Röhrig., B., Schilling, S. , Heckmann, J. (2017). 10 Jahre Evaluation der geriatrischen Rehabilitation in Rheinland-Pfalz. Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 50:365-373

Marx, R., Philips, H., Bassenge, D., Nosper, M., Röhrig, B., Linck-Eleftheriadis, S., Strandt, G., Salzwedel, A., Pabst, F. (2015). Verlauf der Rehabilitation bei kardiologischen Patienten in Abhängigkeit vom Selbstversorgungsgrad bei Aufnahme. Rehabilitation 54: 1-7.

Noack, M., Schneider, T., Nosper, M. (2005). EVA-Reha: Eine Software zur Unterstützung des ergebnisorientierten Qualitätsmanagements in der Rehabilitation. Gesundheitswesen 67: 289-295.

Nosper, M., Linck-Eleftheriadis, S., Röhrig, B. , Strandt, G., Buhlert, H., Salzwedel, A., Völler, H. (2010). Ergebnisbewertung kardiologischer Rehabilitation - ein Modell für faire Klinikvergleiche. Herzmedizin. Zeitschrift für kardiovaskuläre Erkrankungen. Prävention und Rehabilitation 27: 91-92.

Röhrig, B., Nosper, M., Linck-Eleftheriadis, S., Strandt, G., Salzwedel, A., Völler, H. (2014). Ergebnismessung und -bewertung kardiologischer Rehabilitation anhand von Qualitätsindikatoren - eine Methodenbeschreibung. Rehabilitation 53: 31-37.

Röhrig, B., Salzwedel. A., Linck-Eleftheriadis, S., Völler, H., Nosper, M., (2015). Outcome-basierte Einrichtungsvergleiche in der stationären kardiologischen Rehabilitation - Ergebnisse aus dem Projekt EVA-Reha Kardiologie. Rehabilitation 54: 45-52. 

Röhrig, B., Gottschalk, T., Linck-Eleftheriadis, S., Freidel, K. (2016). EVA Medical Data: Eine Software zur Evaluation in der Medizin. Krankenhaus-IT 3: 38-39.

Salzwedel, A., Nosper, M., Röhrig, B., Linck-Eleftheriadis, S., Strandt, G., Völler, H. (2012). Outcome quality of inpatient cardiac rehabilitation in elderly patients - identification of relevant parameters. European Journal of Preventive Cardiology

Schneider, T. (2004). Geriatrische Rehabilitation in Rheinland-Pfalz. Geriatrie Journal 5: 18-20.

Willeke, A., Semler, K. (2008). EVA Reha® - eine Software zur Dokumentation und Qualitätssicherung medizinischer Rehabilitation. Krankenhaus IT Journal 6: 18-19.

Zieres, G., Weibler-Villalobos, U. (2012). Qualitätsperspektiven in der medizinischen Rehabilitation. Potsdam: Iatros.


Ansprechpartner

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Dr. Klaus Freidel

Albiger Str. 19d
55232 Alzey

Tel: 06731.486-303
Fax: 06731.486-284

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